Mongolische Steppe – weite Landschaft mit Fluss und Pferden
Vol. I — 2026Cyber Valley — Tübingen

Ein literarisch-ökologischer Pfad

Digitaler
Garten

KI — Natur — Ecocriticism

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Leitartikel

KI und Natur –
eine neue Beziehung

„Der Garten ist ein inhärent hybrider Raum, der die strikte Dichotomie von Natur und Kultur auflöst."

Im Rahmen dieses Projekts, welches als Teil des Masterstudiengangs Literatur- und Kulturtheorie an der Universität Tübingen entstanden ist, dient der Begriff des Digitalen Gartens als zentrale kulturtheoretische Leitmetapher und Erkenntnismodell. Historisch betrachtet, markiert der Garten keine unberührte Natur, sondern fungiert als Kontaktzone, in der Natur und Kulturtechnik aufeinandertreffen – geformt durch intentionale menschliche Eingriffe.

Übertragen auf das Cyber Valley in Tübingen und die Entwicklung Künstlicher Intelligenz ermöglicht dieses Bild einen Perspektivwechsel: An diesem Ort werden primär Datennetze, Algorithmen und Rechenmodelle „kultiviert". Der gängige Diskurs um Digitalisierung und KI nutzt dabei oft Metaphern des Ätherischen und Immateriellen (wie z. B. die Cloud), die eine Entkopplung von der physischen Welt suggerieren. Die Metapher des Gartens korrigiert dieses Narrativ. So wie ein physischer Garten untrennbar mit dem Boden und den Nährstoffen verbunden ist, in denen er wurzelt, ist auch die digitale Kultivierung tief mit materiellen und geologischen Prozessen verwoben.

Mineralkristall – seltene Erden als Grundlage digitaler Technologie

Mineralkristall. Seltene Erden und Mineralien bilden die physische Grundlage digitaler Infrastruktur – die vermeintlich immaterielle Cloud hat immer einen Körper.

Die vermeintlich immaterielle digitale Arbeit manifestiert sich in massiver ökologischer Materialität.

Die Tour

Physischer Raum,
digitale Reflexion

Die konzipierte digitale Tour greift diese theoretische Prämisse didaktisch auf. Die Besucherinnen und Besucher bewegen sich physisch durch reale Landschaftselemente des Cyber Valley Innovationscampus in unmittelbarer Nähe zur Hochtechnologie-Infrastruktur. Angeleitet durch das Smartphone interagieren sie an spezifischen Stationen mit Texten, die aus der Perspektive des Ecocriticism und der Medienökologie beleuchten, wie die digitale Welt eben jene physische Natur durchdringt und formt (und andersherum). Unabhängig davon steht die gesamte Tour auch zum Entdecken auf dieser Website bereit.

Ziel ist es, die oft unsichtbare Materialität und die ökologischen Verflechtungen von KI an konkreten Ort greifbar zu machen und zu reflektieren, wie sich Natur und Technik im Anthropozän zunehmend zu neuen, untrennbaren hybriden Systemen verschränken.

Inhalt

Die Stationen

6 Stationen

Digitaler Garten — 2026

ImpressumDatenschutz

Ein Projekt im Rahmen des Masterstudienganges

Literatur- und Kulturtheorie

Eberhard Karls Universität Tübingen

In freundlicher Zusammenarbeit mit der Cyber Valley GmbH